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13.10.: Peter Bierl: Scharlatan und Aluhut – Verschwörungsideologie und Esoterik in Zeiten von Corona

Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen werden von vielen Menschen unterstützt, die der Esoterik anhängen. Das ist kein Zufall. Wer glaubt, dass unser Leben von höheren Mächten abhängt, dass nur ein paar Eingeweihte den großen Durchblick haben oder Krankheiten aus schlechtem Karma resultieren, der ist reif für die Verschwörungsideologien der Querdenker*innen.Beteiligt sind Anthroposoph*innen, die einflussreichste okkult-esoterische Richtung in Deutschland. Ihr Begründer Rudolf Steiner bezeichnete Bazillen als „physisch verkörperten Lügendämonen“, wie es in einer aktuellen Stellungnahme aus diesem Paralleluniversum heißt. Impfen wird von vielen Anhänger*innen abgelehnt. Die Impfraten gegen Masern sind an Waldorfschulen deutlich niedriger als im Durchschnitt und solche Einrichtungen immer wieder Hotspots bei Krankheitsausbrüchen. Der einflussreichste deutsche Verschwörungsideologe, Ken Jebsen, ist ehemaliger Waldorfschüler. Steiner lehrte, dass göttliche Führer, Erzengel, Engel, Götterboten, Volks- und Rassengeister sowie Dämonen die Geschicke der Welt bestimmen, was allerdings nur Erleuchtete wie er checken. Das ist per se eine Verschwörungsideologie.Über die Zusammenhänge von Esoterik und Aluhut spricht und diskutiert Peter Bierl am Dienstag, 13. Oktober, um 19 Uhr.Bierl ist freier Journalist und Autor des Buches „Wurzelrassen, Erzengel und Volksgeister. Die Anthroposophie Rudolf Steiners und die Waldorfpädagogik“. Zuletzt sind von ihm „Keine Heimat nirgendwo. Eine linke Kritik der Heimatliebe“ (2020) sowie „Einmaleins der Kapitalismuskritik“ (2018) erschienen.

Organisiert wird die Reihe von (in)visible borders und coronaluege.de in Kooperartion mit der der Rosa Luxemburg Stiftung und dem Forschungsprojekt „For Democracy“ am Geschwister-Scholl-Institut der LMU